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Allgemeine Informationen

Rechtliche Grundlagen
Vereinfachte Darstellung des Verfahrens
Vereinfachte Definition eines meldenden deutschen Finanzinstituts
Vereinfachte Definition eines meldepflichtigen Kontos
Zeitliche Vorgaben
Hinweise zur Datenübermittlung
Selbstauskunft

  

Rechtliche Grundlagen

Am 31. Mai 2013 wurde das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Förderung der Steuerehrlichkeit bei internationalen Sachverhalten und hinsichtlich der als Gesetz über die Steuerehrlichkeit bezüglich Auslandskonten bekannten US-amerikanischen Informations- und Meldebestimmungen (FATCA-Abkommen) unterzeichnet. Das Zustimmungsgesetz zum Abkommen ist am 16. Oktober 2013 in Kraft getreten. Das FATCA-Abkommen wurde am 11. Dezember 2013 wirksam.

Mit Ermächtigung des § 117c Abgabenordnung (AO) wurde die FATCA-USA-UmsV erlassen. Das BMF-Schreiben vom 3. November 2015 zu Anwendungsfragen im Zusammenhang mit dem FATCA-Abkommen wurde veröffentlicht. 

Die Veröffentlichung des amtlich vorgeschriebenen Datensatzes nach der FATCA-USA-UmsV ist mit separatem BMF-Schreiben erfolgt. Dieses finden Sie hier.

Vereinfachte Darstellung des Verfahrens

Registrierungspflicht

Die meldenden deutschen Finanzinstitute sind verpflichtet, sich zur Datenübermittlung sowohl beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) als auch beim IRS registrieren zu lassen.
Hinweis: Einer Anmeldung und Registrierung beim BZSt bedarf es lediglich für den Sender der Daten, d. h. die Stelle, die Daten letztlich an das BZSt übermittelt (Fremddienstleister oder das Finanzinstitut selbst).

Weitere Informationen finden Sie unter Registrierung sowie unter Elektronische Abgabe und Datenübermittlung.

Erhebung und Übermittlung von Daten

Meldende deutsche Finanzinstitute sind verpflichtet mit Beginn des Kalenderjahres 2014, in Bezug auf US-amerikanische meldepflichtige Konten folgende Daten zu erheben und bis zum 31. Juli des jeweiligen folgenden Kalenderjahres nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz an das BZSt zu übermitteln bzw. durch einen Fremddienstleister übermitteln zu lassen:

  • Name, Anschrift und US-amerikanische Steueridentifikationsnummer (für die Jahre 2014 bis 2016 kann bei natürlichen Personen das Geburtsdatum anstelle der US-amerikanischen Steueridentifikationsnummer angegeben werden, falls diese nicht in den Unterlagen der Finanzinstitute enthalten ist)
  • Kontonummer
  • Name und Identifikationsnummer des meldenden deutschen Finanzinstituts
  • Kontostand oder -wert zum Ende des betreffenden Kalenderjahres, oder – bei Auflösung eines Kontos im Laufe des Kalenderjahres – zum Zeitpunkt der Kontoauflösung

Ab dem Kalenderjahr 2015 sind zusätzlich folgende Daten zu übermitteln:

  • Bei Verwahrkonten jeweils der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, der Dividenden und anderer Einkünfte, die mittels der Vermögenswerte dieses Kontos erzielt und diesem gutgeschrieben wurden.
  • Bei Einlagekonten der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutgeschrieben wurden.
  • Bei allen anderen Konten der Gesamtbruttobetrag, der in Bezug auf das Konto an den Kontoinhaber gezahlt oder diesem gutgeschrieben wurde und für den das meldende deutsche Finanzinstitut Schuldner ist. Die Gesamthöhe aller im Meldezeitraum geleisteten Einlösungsbeträge ist einzuschließen.

Ab dem Kalenderjahr 2016 sind zusätzlich folgende Daten zu übermitteln:

  • Bei Verwahrkonten die Gesamtbruttoerlöse aus der Veräußerung oder dem Rückkauf von Vermögensgegenständen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutsgeschrieben wurden und für die das Finanzinstitut als Verwahrstelle, Makler, Bevollmächtigter oder anderweitig als Vertreter für den Kontoinhaber tätig war.

Die von den Finanzinstituten an das BZSt gemeldeten und übermittelten Daten werden vom BZSt bis zum 30. September des Kalenderjahres, das auf das Kalenderjahr folgt, auf das sich die Daten beziehen, an den IRS weitergeleitet.

Im Gegenzug erhält das BZSt von den amerikanischen Behörden Daten zu deutschen meldepflichtigen Konten im Sinne des Abkommens, welche an die zuständigen Landesfinanzbehörden zur Durchführung des Besteuerungsverfahrens weitergeleitet werden. 

Vereinfachte Definition eines meldenden deutschen Finanzinstituts

Ein meldendes deutsches Finanzinstitut im Sinne der FATCA-USA-Umsetzungsverordnung ist ein Rechtsträger im Sinne des Abkommens, der gemäß des Abkommens in der Bundesrepublik Deutschland als

  • Verwahrinstitut,
  • Einlageinstitut,
  • Investmentunternehmen oder
  • Spezifizierte Versicherungsgesellschaft tätig ist.

Eine detaillierte Definition ist dem FATCA-Abkommen zu entnehmen.

Vereinfachte Definition eines meldepflichtigen Kontos

Ein US-amerikanisches meldepflichtiges Konto ist ein von einem meldenden deutschen Finanzinstitut geführtes Finanzkonto, dessen Kontoinhaber

  • eine spezifizierte Person der Vereinigten Staaten von Amerika oder
  • ein nicht US-amerikanischer Rechtsträger ist, der von mindestens einer spezifizierten Person der Vereinigten Staaten von Amerika im Sinne des Abkommens beherrscht wird.

Die Finanzinstitute müssen bei der Identifizierung und Meldung von US-amerikanischen meldepflichtigen Konten die im Abkommen definierten Sorgfaltspflichten beachten. Das Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten bei natürlichen Personen ist von dem Verfahren bei Konten von Rechtsträgern zu unterscheiden.

Hinweis: Eine detaillierte Beschreibung des Überprüfungsverfahrens zur Identifizierung eines US-amerikanischen meldepflichtigen Kontos im Sinne des FATCA-Abkommens ist der Anlage I des Abkommens zu entnehmen.

Zeitliche Vorgaben

Die meldenden deutschen Finanzinstitute haben die Daten jeweils bis zum 31. Juli des auf den Meldezeitraum folgenden Kalenderjahres an das BZSt zu übermitteln.

Hinweise zur Datenübermittlung

Die Übermittlung muss nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz im Wege der Datenfernübertragung erfolgen.

Weitere Informationen finden sie unter Registrierung sowie unter Elektronische Abgabe und Datenübermittlung

Selbstauskunft

Sollten einem Finanzinstitut Informationen in den vorhandenen Kundendaten vorliegen, die auf eine mögliche US-amerikanische Steuerpflicht eines Kunden deuten, wie z. B. eine US-amerikanische Staatsbürgerschaft, eine US-amerikanische Adresse oder eine US-amerikanische Telefonnummer, ist das Finanzinstitut verpflichtet, eine entsprechende Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern zu veranlassen. Damit das Finanzinstitut dieser Verpflichtung nachkommen kann, sind die Kunden verpflichtet, eine sogenannte Selbstauskunft – ggf. in Form des Formulars W9 des IRS – abzugeben. Sollte es sich bei dem Kunden um keine US-Person im steuerliche Sinne handeln, muss der Kunde dem Finanzinstitut entsprechende Nachweise zur Verfügung stellen, damit dieses die Kundendaten ergänzen und aktualisieren kann.
Bei der Klärung eines möglichen steuerlichen US-Bezugs ist die Beiziehung eines Steuerberaters sinnvoll, um die persönliche steuerliche Situation mit diesem zu erörtern.

Weitere Hinweise finden Sie unter der Rubrik "Fragen & Antworten"


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