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Gesonderte Feststellung der Einlagenrückgewähr nach § 27 Abs. 8 KStG

Als (steuerliche) Einlagenrückgewähr werden Leistungen bezeichnet, die aus Ausschüttungen einer Körperschaft oder Personenvereinigung stammen, für die Beträge aus dem steuerlichen Einlagekonto nach § 27 KStG als verwendet gelten (vgl. auch § 20 Abs. 1 Nummer 1 Satz 3 EStG).

Ausländische Gesellschaften können grundsätzlich nicht zur Führung eines steuerlichen Einlagekontos verpflichtet werden. Aus diesem Grund sieht § 27 Abs. 8 KStG für bestimmte europäische Körperschaften und Personenvereinigungen mit inländischen Anteilseignern, in Anlehnung an die Vorschriften der § 27 ff. KStG, auf Antrag die gesonderte Feststellung einer nicht steuerbaren Einlagenrückgewähr vor.

Gegenstand der Feststellung sind sämtliche Leistungen des Antragstellers, welche aus dessen fiktiven steuerlichen Einlagekonto geleistet werden. Informationen zur Antragstellung finden Sie hier.

Bei Fragen zum gesonderten Feststellungsverfahren des § 27 Abs. 8 KStG helfen Ihnen unsere FAQ oder richten Sie ihre Fragen mit diesem Kontaktformular an uns.

Steuerliche Auswirkung

Soweit Leistungen nach § 27 Abs. 8 KStG gesondert festgestellt worden sind, kann der Antragsteller seinen inländischen Anteilseignern die auf sie entfallenden Leistungen als Einlagenrückgewähr bescheinigen. Diese Leistungen gehören dann nach § 20 Abs. 1 Nummer 1 Satz 3 EStG nicht zu den Einnahmen aus Kapitalvermögen. Sie fallen ggf. auch nicht unter die Anwendungsvorschrift der § 8b Abs. 4 KStG und § 8b Abs. 5 KStG.

Eine auf den inländischen Anteilseigner entfallene und gesondert festgestellte Einlagenrückgewähr mindert die Anschaffungskosten der Beteiligung entsprechend (vgl. H 20.2 EStH "Einlagenrückgewähr"). Eine den Buchwert übersteigende Einlagenrückgewähr ist als Beteiligungsertrag zu erfassen (vgl. H 6.2 EStH "Ausschüttung aus dem steuerlichen Einlagekonto i. S. d. § 27 KStG").

Leistungen der ausländischen Gesellschaft, die nicht nach § 27 Abs. 8 KStG festgestellt worden sind, stellen nach § 27 Abs. 8 Satz 9 KStG für die Veranlagung der inländischen Anteilseigner grundsätzlich steuerpflichtige Einnahmen im Sinne des § 20 Abs. 1 Nummer 1 oder 9 EStG dar.

 

Auskehrungen von Nennkapital

Gemäß Schreiben des Bundesministerium der Finanzen vom 4. April 2016 (IV C 2 – S 2836/08/100002, BStBl. I 2016, S. 468) werden Nennkapitalrückzahlungen von § 27 Abs. 8 KStG erfasst. Dies gilt unabhängig davon, ob das Nennkapital zuvor aus Gesellschafts- oder Gesellschaftermitteln erhöht wurde. Bei der Herabsetzung und Rückzahlung von Nennkapital gilt es § 28 Abs. 2 KStG zu beachten.


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