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Informationen für Bürger

Die auf die Abgeltungsteuer entfallende Kirchensteuer wird entsprechend dem Kirchensteuersatz der Religionsgemeinschaft, der der Kirchensteuerpflichtige angehört, als Zuschlag erhoben (§ 51a Absatz 2b EStG).

Der Abzug der Kirchensteuer ist für abgeltend besteuerte Kapitalerträge, die ab 1. Januar 2015 zufließen, verpflichtend vorzunehmen. Im Vorfeld wird der Abzugsverpflichtete (z. B. ein Kreditinstitut, eine Versicherung oder eine Genossenschaft) beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in einem automatisierten Verfahren abfragen, ob der Kunde oder das Mitglied Angehöriger einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft ist und welcher Kirchensteuersatz angewendet werden muss. Bei bestätigter Kirchensteuerpflicht wird der Kirchensteuerabzugsverpflichtete dann die auf die abgeltend besteuerten Kapitalerträge entfallende Kirchensteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen.
Bürgerinnen und Bürger, die in den letzten Jahren bei ihren Banken und Versicherungen die Abführung der Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer beantragt haben, müssen für Kapitalerträge, die nach dem 31. Dezember 2014 zufließen, keine derartigen Anträge mehr stellen.

Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht gegenüber ihren Banken und Versicherungen wegen der Abführung der Kirchensteuer gemeldet haben, sondern ihren kirchensteuerlichen Pflichten auch wegen der Abgeltungsteuer gegenüber ihrem Finanzamt nachgekommen sind, müssen sich für Kapitalerträge, die nach dem 31. Dezember 2014 zufließen, dort nicht mehr erklären – es sei denn das Finanzamt fordert dazu auf oder das automatische Kirchensteuerabzugsverfahren ist ausnahmsweise nicht durchgeführt worden.

Widerspruch gegen den Datenabruf (Sperrvermerk)

Jeder Bürger kann unter Angabe seiner Steueridentifikationsnummer (IdNr.) schriftlich beim BZSt dem automatisierten Datenabruf der Religionszugehörigkeit widersprechen. An den Abzugsverpflichteten (z. B. Kreditinstitut oder Versicherung) werden dann aufgrund dieses Sperrvermerks keine Daten zur Religionszugehörigkeit des Kunden übermittelt. An den kirchensteuerlichen Verpflichtungen ändert der Sperrvermerk jedoch nichts; es unterbleibt lediglich der Abzug direkt an der Quelle. Das BZSt ist gehalten, bei eingelegtem Sperrvermerk Namen und Anschrift der anfragenden Kreditinstitute, Banken, Versicherungen, etc. an das zuständige Finanzamt des Steuerpflichtigen weiter zu reichen. Den kirchensteuerlichen Pflichten ist dann gegenüber dem Finanzamt nachzukommen.

Wie ist der Sperrvermerk einzulegen?

Das gesamte Verfahren soll zügig und verwaltungsarm organisiert werden. Für die zutreffende Einbindung des Widerspruchs in das automatisierte Verfahren werden gezielt und konkret Informationen benötigt. Die Erklärung des Widerspruchs muss daher gegenüber dem BZSt auf amtlich vorgeschriebenem Vordruck oder elektronisch über das BZStOnline-Portal erfolgen. Der ausgefüllte und unterschriebene Vordruck "Erklärung zum Sperrvermerk" muss auf dem Postweg an das BZSt geschickt werden. Die Erklärung erfolgt unter Angabe der Steueridentifikationsnummer. Die Angabe der Steueridentifikationsnummer ermöglicht die eindeutige und zeitnahe Erfassung der Sperrvermerke. Der Sperrvermerk gilt bis auf Widerruf (§ 51a Absatz 2e EStG).

Hinweis:
Die Steueridentifikationsnummer finden Sie auf

  • Ihrem Einkommensteuerbescheid,
  • dem Mitteilungsschreiben des Bundeszentralamtes für Steuern oder
  • der Lohnsteuerbescheinigung Ihres Arbeitgebers.

Sofern Ihnen Ihre Steueridentifikationsnummer nicht vorliegen sollte, können Sie eine erneute Mitteilung der Steueridentifikationsnummer beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen. Bitte beachten Sie, dass Widersprüche, die nicht auf dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck eingehen, vom Bundeszentralamt für Steuern nicht berücksichtigt werden können.

Folgen des Widerspruches

Wird ein Sperrvermerk eingetragen, übermittelt das BZSt an alle anfragenden Abzugsverpflichteten an Stelle der Religionszugehörigkeit einen neutralen Wert (Nullwert). Der Wert erlaubt keinen Rückschluss auf die Religionszugehörigkeit oder Nichtreligionszugehörigkeit bzw. das Vorliegen oder Nichtvorliegen eines Sperrvermerkes.

Erhält der Kirchensteuerabzugsverpflichtete den "Nullwert" übermittelt, dann liegen damit keine Informationen vor, mit denen Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer einbehalten werden könnte. Demzufolge wird der Abzugsverpflichtete auch bei kirchensteuerpflichtigen Kunden keinen Abzug vornehmen. Der Sperrvermerk verpflichtet aber dann den Kirchensteuerpflichtigen zur Abgabe einer Steuererklärung zum Zwecke der Veranlagung wegen Kirchensteuer nach § 51a Absatz 2d Satz 1 EStG. Dazu übermittelt das BZSt an das Wohnsitzfinanzamt des Kirchensteuerpflichtigen für jeden Veranlagungszeitraum, in dem der Sperrvermerk abgerufen worden ist, Name und Anschrift des abrufenden Abzugsverpflichteten (Bank, Kreditinstitut, Versicherung, etc.).

Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft

Zu allen Fragen von Eintritt, Übertritt oder Austritt aus einer Religionsgemeinschaft wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Religionsgemeinschaft oder die zuständigen Stellen in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Bundesland. Das BZSt kann keine weiterführenden Auskünfte zu den länder- oder kirchenspezifischen Besonderheiten erteilen.


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